QualitätsHandBuch

der GIB-Stiftung und des GIB e.V.

QHB FÜHRUNGSPROZESSE

1.1.1 Unser Bild vom Menschen

Autor/en:
E. Boehlke, R. Gohla, M. Knapich-Boehlke, Dr. W. Köller, C. Pirling, B. Römer
gültig seit:
04.12.2003
aktualisiert am:
03.11.2011
geprüft am:
09.02.2018

Das Fundament unserer Arbeit ist unser Bild vom Menschen.

Für uns ist der Mensch in seiner Ganzheit unteilbar.

Er vereint in sich stets die gesamte Bandbreite von Gegensätzen wie Fröhlichkeit und Traurigkeit, gesund und krank, sozial und einsam oder auch Opfer und Täter. Welche Möglichkeiten des individuellen Menschen zum Tragen kommen, hängt maßgeblich von seinen jeweiligen Lebenssituationen ab. Nur bei uneingeschränkter Akzeptanz dieser Polaritäten kann Verständnis entstehen für häufig vordergründig nicht verstehbare und verwirrende Verhaltensweisen.

Der Mensch ist für uns untrennbar einzigartiges Individuum und Gemeinschaftswesen. Um den Menschen immer wieder in dieser Ganzheit zu verstehen, ist es notwendig, seine objektive und subjektive Lebensgeschichte genauso gut wie seine aktuelle Situation zu kennen und zu achten.

Diese Grundsätze gelten für alle, also auch für Menschen mit Intelligenzminderung. Wir begegnen diesen Menschen, die oft als andersartig, fremd und unverständlich wahrgenommen werden, mit annehmendem Respekt, Verlässlichkeit und Wahrhaftigkeit.

Weil wir grundsätzlich von der menschlichen Fähigkeit zum lebenslangen Lernen ausgehen, fördern und fordern wir mit dieser Haltung eine dem Individuum angemessene Selbstständigkeit und Integration. Um Selbstbestimmtheit und Teilhabe an der Gesellschaft dauerhaft zu ermöglichen, ist es notwendig, die Grenzen anderer zu respektieren, denn erst dadurch kann sich ein gefestigtes Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit entwickeln.

Aus einer solchen Begegnung entsteht durch wechselseitiges Geben und Nehmen eine beidseitige Bereicherung.