QualitätsHandBuch

der GIB-Stiftung und des GIB e.V.

QHB LEISTUNGSPROZESSE

2.2.1.5 AL Spezif indiv Förderungen

Autor/en:
E. Boehlke, B. Römer, S. Dinges
gültig seit:
27.02.2005
aktualisiert am:
25.09.2017

Anleitung zur Planung und Durchführung von spezifischen individuellen Förderungen

Präambel

Der folgende Text berücksichtigt in besonderer Weise die Gruppe von Menschen mit Intelligenzminderung, die vornehmlich von uns betreut werden. Dies sind erwachsene Menschen, die neben einer mittelgradigen bis schwersten Intelligenzminderung erhebliche Verhaltensauffälligkeiten zeigen, die vorrangig aus der zusätzlichen Behinderung durch eine psychische Erkrankung resultieren.
Die unter Punkt 6 beschriebene Dokumentation ist eine verbindliche Vorgabe.

1. Theoretische Grundlagen

In unserem Bild vom Menschen gehen wir von einer lebenslangen Lernfähigkeit aus, wobei sowohl Fordern als auch Fördern notwendige Elemente dieses Prozesses sind.

Grundsätzlich sind zwei Formen von Förderung zu unterscheiden. Eine allgemeine Förderung ist eingebunden in die alltäglichen Lebensabläufe wie Körperhygiene, hauswirtschaftliche Tätigkeiten, sozialer Umgang, Freizeitgestaltung usw. Grundlage dieser Förderung sind die konsensuellen Regeln unserer Gesellschaft für diese Bereiche. Sie werden durch Beachtung, d. h. Vorleben und entsprechende Hinweise von den Familienangehörigen bzw. bei institutioneller Betreuung von den Betreuern vermittelt. Der Vermittlungsprozess kann primär als Lernen am Vorbild umschrieben werden. Dieser Bereich der Förderung bedarf weniger einer gezielten Reflektion und Planung, als vielmehr einer inneren Haltung, die von der Überzeugung getragen wird, dass bestimmte Regeln als Grundlage für jegliches gedeihliche Zusammenleben innerhalb einer Gruppe unabdingbar sind.

Die Gedanken im folgenden Text beziehen sich auf spezifische individuelle Förderungsmaßnahmen, durch die ein Mensch in Bereichen seines Seins neue für ihn bedeutsame Fähigkeiten erlangen kann. Da eine solche Form der Förderung in letzter Konsequenz in die Persönlichkeit dieses Menschen eingreift, sind bei der Festlegung von Förderungszielen grundsätzlich die Bedürfnisse und Interessen des Betreuten zu erkunden und zu berücksichtigen. Bei den Betreuten, mit denen dies wegen kaum oder gar nicht entwickelter Sprachfähigkeit nicht im Gespräch geklärt werden kann, ist durch längeres Kennen lernen und genaues Beobachten zu erkunden, welche Wünsche und Bedürfnisse er haben könnte und das Förderungsziel so zu definieren, dass davon ausgegangen werden kann, dass die zu erreichende neue Fertigkeit die Lebensqualität des Betreuten verbessert.

Im Idealfall ist der gesetzliche Betreuer als "Interessenvertreter" bei der Erarbeitung der Förderung mit einzubeziehen. Zumindest ist dieser persönlich über die geplante Förderung zu informieren, verbunden mit der Bitte um Stellungnahme und Zustimmung. Eine solche Einbeziehung hat meist keine juristische Grundlage, ist jedoch im Sinne einer unabhängigen Außenkontrolle wünschenswert. Durchaus kann jedoch eine Zustimmung des gesetzlichen Betreuers zwingend sein, wenn in die Persönlichkeitsrechte des Betreuten eingegriffen wird. Dies trifft z. B. zu, wenn der gesetzliche Betreuer den Wirkungskreis 'Gesundheitsfürsorge' hat und wegen erheblicher Adipositas des Betreuten eine grundsätzliche Ernährungsumstellung erfolgen soll. Gibt er diese Zustimmung nicht, kann eine solche Förderung nicht durchgeführt werden.

Zur Planung und Durchführung von Förderungszielen bedarf es einer sehr genauen Kenntnis dieses Menschen. Zu beachten sind insbesondere sowohl seine Lebensgeschichte als auch all seine Fähigkeiten im intellektuellen, sozialen und motorischen Bereich, aber auch all seine Defizite in diesen Bereichen. Bei seinen Fähigkeiten gilt es zu differenzieren zwischen denen, die keiner weiteren Förderung bedürfen, solchen, bei denen positive Entwicklungsmöglichkeiten bestehen und jenen, die den Menschen eher schädigen bzw. eine potenzielle Gefahr für ihn bedeuten, weil er sie nicht angemessen einsetzt. Bei den Defiziten ist zu unterscheiden, welche durch den gezielten Einsatz eigener Fähigkeiten gemildert oder gar ganz kompensiert werden können und solchen, die einer Unterstützung oder der stellvertretenden Ausführung bedürfen, da sie den Menschen einschränken, aber nicht veränderbar und somit zu akzeptieren sind. Fähigkeiten und Defizite eines jeden Menschen stehen in einer Wechselwirkung zueinander. Die Situation, die Umgebung und die Interaktion mit anderen Menschen, innerhalb derer sich ein Mensch bewegt/lebt, bewirken, ob eher seine Defizite oder seine Fähigkeiten zum Tragen kommen. Lebt er in einem versorgenden, angebotsarmen Setting, kann es im Lauf der Zeit zusätzlich zum Verlust von Fähigkeiten kommen. Andererseits können Anreize zur Entwicklung neuer Fähigkeiten geschaffen werden, und es besteht die Möglichkeit, im Rahmen von Förderung Defizite zu reduzieren, um damit ein größeres Maß an Lebensqualität zu ermöglichen.

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass das Erlangen eines Wohlgefühls, d. h. die intrinsische Motivation (aus innerem Antrieb; in der Sache liegend), einer der stärksten Motore für Lernprozesse ist. Bei den durch uns betreuten Menschen ist bei der Erarbeitung von Förderungszielen ein hohes Maß an Aufmerksamkeit, Sensibilität und Einfühlungsvermögen für das Gegenüber von grundlegender Bedeutung. Dies gilt besonders in sofern, da die Ziele den Betreuten durch geringe oder fehlende expressive (gesprochene) und rezeptive (verstandene) Sprachentwicklung oft gar nicht oder mangels konkreter Vorstellungskraft nur sehr unzureichend mitgeteilt werden können. In diesem Zusammenhang besteht die erhebliche Gefahr, dass den Betreuten stellvertretend eigene Interessen oder Maßstäbe zugeordnet werden, was nicht dem oben formulierten Ziel dient und zu einer Zunahme von Verhaltensauffälligkeiten führen kann. Hilfreich ist, um diese Gefahr zu minimieren, eine kollegiale Supervision.

Da bei vielen der von uns Betreuten eine schwer ausgeprägte Intelligenzminderung besteht und Entwicklungen darüber hinaus durch eine psychische Störung behindert werden, ist es von besonderer Bedeutung, den Maßstab für die einzelnen Schritte individuell angemessen zu skalieren. Ein uns sehr klein erscheinender Schritt kann, bezogen auf die Möglichkeiten eines Betreuten, sehr groß sein.

Auch der Erhalt von Fähigkeiten kann ein Ziel sein, das längerfristige Förderung erforderlich macht. Des Weiteren gilt es zu beachten, dass altersunabhängig krankheitsbedingt hirnorganische Abbauprozesse die Lernfähigkeit erheblich beeinträchtigen können. Hier beziehen sich die Förderansätze auf die mögliche Verlangsamung von Kompetenzverlusten.

Demzufolge ist festzustellen, dass es keine "standardisierte" Förderungsplanung geben kann. Eine wesentliche Grundlage unserer Arbeit ist die unantastbare Würde des Menschen und das gesetzlich garantierte Recht der Betreuten auf Teilhabe an der Gemeinschaft. Daraus lässt sich neben anderen ein Schwerpunkt der Förderungsziele ableiten, nämlich das Erreichen der individuell größtmöglichen Autonomie und damit Selbstbestimmung. Grundsätzlich ist dabei zu beachten, dass das Recht auf Selbstbestimmung durch konsensuelle Regelungen der Gesellschaft begrenzt wird.

Diese Ausführungen zeigen, dass eine sehr individuelle Förderungsplanung die Voraussetzung dafür ist, Bedürfnisse und Fähigkeiten des einzelnen Betreuten zu berücksichtigen und beschränkende Defizite zu reduzieren.
In der Betrachtung von Förderungsmaßnahmen als interaktive Entwicklungsprozesse wird durch ihre Ergebnisse die grundsätzliche Annahme zu lebenslanger Lernfähigkeit sowohl für die Betreuten als auch die Betreuer belegt.

2. Grundlagen der Planung

Betreuende Förderung ist unverzichtbar mit zielorientiertem und planmäßigem Vorgehen verbunden. Sie erfolgt in konkreten Schritten, die sich nach allgemeinen andragogischen und lernpsychologischen Grundsätzen richtet und erfasst den ganzen Menschen mit all seinen Persönlichkeitsmerkmalen, wie z. B. Sinneswahrnehmung, Sprache, Kognition, Motorik, Vorlieben und Sozialverhalten.

Eine solche spezifische individuelle Förderung kann nur dann erfolgreich sein, wenn innerhalb der Mitarbeitergruppe ein grundsätzlicher Konsens zur Durchführung besteht und die Maßnahme so klar und eindeutig strukturiert ist, dass sie von allen Mitarbeitern umgesetzt werden kann. Es ist davon auszugehen, dass ohne eine präzise Planung und Dokumentation eine sinnvolle, zielgerichtete und damit effektive Förderung nicht möglich ist. Grundlage dieser Planung ist die präzise Erhebung der aktuellen Ist-Situation. Hieraus ist abzuleiten, in welchen Lebensbereichen es eine Indikation zur Förderung gibt. Sind die entsprechenden Bereiche definiert, so bedarf es im Sinne der angestrebten Prozess- und Ergebnisqualität einer präzisen Beschreibung zur Durchführung und Dokumentation.

3. Erhebung der Ist-Situation

Nach unseren Erfahrungen ist es sinnvoll, mit einem Bezugsbetreuer-System zu arbeiten. Es ist vorrangige Aufgabe des Bezugsbetreuers, möglichst viele biografische Daten des Betreuten in Erfahrung zu bringen und seinen Entwicklungsstand in allen Bereichen präzise zu beschreiben. Dabei helfen:

  • Zielgerichtetes Erkunden des Betreuten entsprechend seinen verbalen Kommunikationsfähigkeiten
  • Auskünfte von Angehörigen
  • Auskünfte von gesetzlichen Betreuern, ehemaligen Betreuern oder anderen Informationsträgern
  • Recherche an früheren Lebensorten (Familie, Heime, Krankenhäuser)
  • Recherche nach bestehenden Werten (Glaube, Kultur, Tradition)
  • Recherche von persönlichen Beziehungen
  • Recherche nach bestehenden Interessen und Hobbys
  • Gutachten, Entwicklungsberichte und Arztbriefe
  • HMB-W-Verfahren (Erfassung des Hilfebedarfs nach Metzler)
  • Analyse der kognitiven Fähigkeiten
  • Analyse der motorischen Möglichkeiten
  • Analyse der erworbenen Kulturtechniken
  • Beschreibung gesellschaftlich üblicher/unüblicher Verhaltensweisen
  • Erkundung von Interessen, Bedürfnissen und Vorlieben

4. Auswahl der Ziele

Die Ergebnisse der Erhebung aller notwendigen Informationen rund um den Betreuten stellen die Grundlage für die Auswahl der Förderungsmaßnahmen dar. Eine Festlegung von aufeinander folgenden Förderungszielen ist in der Regel als nicht sinnvoll zu betrachten, da durch das Erreichen einzelner Förderungsziele im Sinne der wechselseitigen Beeinflussung im Gesamtsystem dieses Menschen Veränderungen eintreten können, die im Vorfeld nicht vorhersehbar sind. Im Verlauf sind diese Veränderungen bei der Entscheidung für neue Förderungen zu berücksichtigen. Bei den hier angesprochenen Menschen ist ebenfalls darauf zu achten, dass keinesfalls mehr als maximal zwei bis drei Förderungsziele parallel festgelegt werden, da es sonst rasch zu einer Überforderung kommen kann und damit das Nichterreichen der gesteckten Ziele vorprogrammiert ist.
Bei dieser Vorgabe ist zu berücksichtigen, dass Förderungsziele im Rahmen der Krisenprävention (siehe Dokument 2.2.1.7) mitgezählt werden.

Um Frustration seitens des Betreuten aber auch des anleitenden Betreuers zu vermeiden, sind die Förderungsziele so zu definieren, dass sie unter Beachtung sowohl der Ressourcen und der Lebenssituation des Betreuten als auch der Möglichkeiten des Betreuers mit hoher Wahrscheinlichkeit erreichbar sind. Bei der Auswahl der Ziele ist darauf zu achten, dass ein ausgewogenes Verhältnis besteht zwischen solchen, die eher die Autonomie des Betreuten fördern und Zielen, die ihm vorrangig zu einem subjektiven Wohlgefühl verhelfen.
Diese Differenzierung weist auf ein Problem hin. Im erstgenannten Fall wird der Betreute häufig "wenig Lust" verspüren, eine solche Förderungsmaßnahme anzunehmen, da sie für ihn eine Veränderung seines gewohnten und vertrauten Seins bedeutet. Veränderungen sind für die meisten Menschen unbeliebte Prozesse. Bei Menschen mit Intelligenzminderung kommt erschwerend hinzu, dass sie nicht bewusst überschauen, was eine solche Änderung letztendlich bewirken kann. Oft löst dies Verunsicherung und damit Ängste aus. Da unter allgemeingültigen Gesichtspunkten ein höheres Maß an Unabhängigkeit dennoch ein erstrebenswertes Ziel darstellt, ist auch entsprechende Förderung zu fordern. Dem Aufgreifen intrinsischer Motivationshintergründe und der Arbeit mit extrinsischer (von außen kommend) motivatorischer Unterstützung kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu.

Die spezifischen individuellen Förderungen können in Fern- und Nahziele unterschieden werden. Bei einer solchen Definition stellen die kurzfristig erreichbaren Nahziele notwendige Zwischenschritte hin zu den längerfristigen Fernzielen dar. Da es sich bei diesem Weg um ein prozesshaftes Geschehen handelt, kann es sein, dass im Verlauf die Ziele angepasst, das heißt modifiziert oder neu definiert werden müssen.

Für die Fernziele können folgende Themenbereiche exemplarisch angeführt werden:

  • Individuelle Basisversorgung (Hygiene, Nahrungsaufnahme)
  • Kommunikation und Orientierung
  • Gesundheitsförderung und -erhaltung
  • Emotionale Entwicklung
  • Gestaltung sozialer Beziehungen
  • Teilhabe am kulturellen und gesellschaftlichen Leben
  • Freizeitgestaltung

5. Durchführung

Wie schon im vorigen Kapitel dargestellt, sind die großen Fernziele in Feinziele, d. h. Etappen, über die das endgültige Ziel erreicht werden soll, zu untergliedern.

Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Ein Betreuter mit einer leichten spastischen Bewegungsstörung der rechten Körperhälfte isst sehr unsauber, so dass im weiten Umfeld der Tisch und seine Kleidung beschmutzt sind. Häufig nimmt er ohne Besteck mit der linken Hand das Essen auf; er schlingt und stört die Wohngruppe, indem er immer wieder mit lautem Schreien Mitbewohnern Essen von deren Tellern „stiehlt“. Zum einen bezieht er dadurch in der Gruppe sowohl bei den Betreuten als auch bei den Mitarbeitern eine Negativposition, zum anderen verbaut er sich z. B. die Möglichkeit eines Restaurantbesuchs oder der Teilnahme an einer „normalen“ Urlaubsreise.
Das Fernziel wird als "gesellschaftlich konformes Essen" definiert. Wie kann ein erstes Feinziel aussehen?: "Sauberes" Essen in der Einzelsituation. Wie soll dies erreicht werden?: Einzelsituation beim Essen in 1:1-Betreuung mit Esshilfe in Form einer Tellerranderhöhung, "Spastikerlöffel", mehrfach kleine Portionen, klar definierte Anleitung.

Bei der Durchführungsplanung ist der Zeitraum der Förderung festzulegen. Erfahrungsgemäß können wir bei unserer Klientel von einem Förderungszeitraum von drei bis sechs Monaten ausgehen. In Abhängigkeit davon erfolgt eine Überprüfung der Zwischenergebnisse in ein- bzw. zweimonatigen Abständen. Je nach Verlauf der Förderungsmaßnahme ist eventuell die weitere Verfahrensweise anzupassen. Wurden zur Erreichung des obigen Förderungsziels sechs Monate geplant, und es zeigt sich, dass der Betreute bereits nach vier Monaten nicht mehr schlingt, können für die restlichen zwei Monate beispielsweise die Einzelportionen schrittweise langsam vergrößert werden.
Wesentliche Voraussetzung für das Gelingen der Förderung ist die kritische Reflexion dessen, was man in der täglichen Umsetzung und im Verlaufsprozess in der Interaktion mit den Betreuten erlebt. Hilfreich hierfür ist eine engmaschige Dokumentation. Die für GIB verbindliche Form der Dokumentation wird im Folgenden beschrieben.

6. Dokumentation

Für die Dokumentation einer Förderung gibt es in der GIB-Datenbank die Maske 'Spezifische individuelle Förderung' sowie spezifische Zeilen in der Tagesdokumentation. Die Definition und Beschreibung der Maßnahme erfolgt in klarer und präziser Form an der hierfür vorgesehenen Stelle. Ein entsprechendes Beispiel wurde oben angeführt. Besonders ist beim Namen der Förderung auf eine knappe, aussagekräftige Formulierung zu achten. Es muss außerdem dokumentiert werden, in welcher Form der Betreute beteiligt wird bzw. wenn nicht, weshalb nicht. Ebenso muss die Beteiligung des gesetzlichen Betreuers mit Datum dokumentiert werden. Es ist darauf zu achten, dass das Datum des Beginns der Förderung an der vorgesehenen Stelle eingetragen wird. In Abhängigkeit von der Dauer erfolgt die erste Überprüfung einen Monat respektive zwei Monate nach Beginn der Förderung. Das vorgesehene Überprüfungsdatum erscheint dann automatisch an der vorgesehenen Stelle. Die einzelnen spezifischen Förderungsziele sind unter fachlichen Aspekten mit der Wohnstättenleitung abzustimmen. Nachdem das spezifische Förderziel festgelegt wurde, muss es innerhalb von sechs Wochen abschließend so bearbeitet sein, dass es in Kraft treten kann.
Bezugsbetreuer und Wohnstättenleitung bzw. Wohngruppenleitung geben über die vorgegebenen Buttons frei.

Stimmt der gesetzliche Betreuer einer spezifischen individuellen Förderung oder individuellen Krisenprävention nicht zu, ist dies von der Leitung in der Datenbank im jeweiligen Formblatt mit Begründung an vorgesehener Stelle zu vermerken. Das Formblatt wird anschließend von der Leitung gesperrt und archiviert.

Das erste und zweite Zwischenergebnis sowie die Auswertung werden jeweils mit Datum dokumentiert. Die Daten der planmäßigen Überprüfungen erscheinen automatisch. Zur klaren Strukturierung der Förderung dürfen diese Daten nicht mehr als eine Woche überschritten werden.

Die Verlaufsdokumentation erfolgt in einem eigenen Textfeld innerhalb der Maske. Bei einem dreimonatigen Förderungsplan erfolgt diese wöchentlich, bei einem sechsmonatigen Förderungsplan 14-tägig. Es sind lediglich prägnante Situationen zu dokumentieren, die für den Verlauf der Förderung von Bedeutung sind.

Auf dem Formblatt "Tagesdokumentation" ist eine eigene Zeile für die tägliche Dokumentation der Förderungen vorgesehen. Mit den dort definierten Kürzeln sind die Ergebnisse der Förderungen in jeder Schicht, in der sie durchgeführt wurden, zu dokumentieren. Sind die vorgesehenen Kürzel nicht ausreichend, so kann mit "s. B." ein Hinweis auf einen frei formulierten Bericht gegeben werden.

Eine sorgfältige Dokumentation ist unter drei Aspekten von besonderer Bedeutung. Ausgehend von der Definition der Förderung, weiterführend über die tägliche Darstellung in der Tagesdokumentation, die wöchentliche bzw. 14-tägige Verlaufsdokumentation und die Zwischenergebnisse ermöglicht die Dokumentation eine ständige Reflexion der Prozessqualität und bildet den Weg der Förderung nachvollziehbar ab. Die Auswertung spiegelt die Ergebnisqualität wieder, die befähigt zu entscheiden, diese spezifische individuelle Förderung entweder zu beenden oder entsprechend, gegebenenfalls modifiziert, fortzuführen.
Neben diesen inhaltlichen Erfordernissen besteht darüber hinaus formal eine Notwendigkeit zur Dokumentation. Die Leistungserbringung, für die wir das Entgelt zur Betreuung uns anvertrauter Menschen erhalten, muss nach den gesetzlichen Vorgaben überprüfbar sein.

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