QualitätsHandBuch

der GIB-Stiftung und des GIB e.V.

QHB LEISTUNGSPROZESSE

2.2.2.1 VA Baden Duschen

Autor/en:
E. Boehlke, W. Schnitzer, LR
gültig seit:
31.03.2001
aktualisiert am:
19.06.2019

Verfahrensanweisung zum Baden und Duschen von Betreuten

Präambel

Diese Verfahrensanweisung hat zum Ziel, die Körperhygiene und Erhaltung der Schutzfunktion der Haut der Betreuten zu gewährleisten. Ein weiteres wesentliches Ziel dieser Anweisung ist, dass die Sicherheit beim Baden und Duschen für die Betreuten gewährleistet ist.

Generell gilt auch hier die Hilfe zur Selbsthilfe, d. h., es wird nur die Assistenz gegeben, die der Betreute benötigt.

1. Allgemeine Hinweise

Grundsätzlich ist die Körperpflege ein Bereich, der wegen seiner Intimität für die Beziehung und die Kommunikation zwischen Betreuern und Betreuten eine hervorgehobene Bedeutung hat und daher besonderer Rücksichtnahme bedarf.

Bei der Körperpflege gibt es viele Gelegenheiten der Förderung. In der alltäglichen Routine kommen diese Aspekte häufig zu kurz.

Darüber hinaus gibt es die Tendenz, des "Guten zu viel" zu tun, also "sicherheitshalber" lieber öfter einen Betreuten zu baden, reichlich Seife und Shampoo zu verwenden. Dies kann die Haut schädigen. Für die normale Reinigung reicht Wasser aus, für die behaarten Körperpartien sind seifenfreie ph-neutrale Mittel zu verwenden.

2. Besondere Anweisungen

Unter Zugrundelegung des zuvor Ausgeführten sind folgende Punkte besonders zu be­achten:

  • Das Baden/Duschen sollte möglichst erst nach einem Toilettengang des Betreuten stattfinden.
  • Betreute, für die das Duschen oder Baden eine potenzielle Gefährdung bedeuten kann, dürfen im Bad nie allein gelassen werden. Dies gilt insbesondere für Betreute mit einer Anfallserkrankung oder anderen akuten Gefährdungen, z. B. der Neigung zu einer akuten Bewusstlosigkeit oder nach Verabreichung einer beruhigenden Bedarfsmedikation.
  • Die Häufigkeit richtet sich individuell nach den Wünschen der Betreuten, solange diese keinen selbstschädigenden Charakter haben. Die Betreuten sollten jedoch mindestens ein- bis zweimal pro Woche bzw. nach Bedarf (z. B. bei Inkontinenz) duschen oder baden.
  • Die Wassertemperatur ist zu kontrollieren, bevor der Betreute duscht oder badet, so dass Verbrühungen sicher vermieden werden. Es ist auf eine angemessene Raumtemperatur zu achten. Zu vermeiden sind Zugluft und Rutschgefahren. 
  • Die Intimsphäre ist zu wahren. Betreute, bei denen keine Gefährdung besteht, baden und duschen in der Regel allein, individuelle Wünsche sind zu beachten. Die Badtür ist in der Regel geschlossen zu halten. Die Betreuten werden angeleitet, sich vor dem Verlassen des Bades angemessen zu bekleiden.
  • Im Rahmen der Körperhygiene ist darauf zu achten, dass seifenfreie, ph-neutrale Haut- und Haarpflegemittel sparsam verwendet werden. Bei empfindlicher Haut werden die Produkte in Absprache mit dem Hautarzt ausgewählt.
  • Die Verwendung von zusätzlichen Mitteln (z. B. feuchtigkeitsspendende Haut-emulsionen) erfolgt je nach Hautbeschaffenheit. Diese sollen frei von Reizstoffen sein (z. B. Nivea). Duftstoffe bei störendem Körpergeruch als Beitrag zur Ak­zeptanz der Betreuten werden nur im Ausnahmefall verwandt und sollen möglichst dem Wunsch der Betreuten entsprechen.
  • Das Abtrocknen muss sorgfältig und vollständig geschehen. Dabei ist besonders auf die Zwischenräume der Zehen, Hautfalten, Brustfalten und den Genitalbereich zu achten. Wunde Stellen sind bei Bedarf trocken zu föhnen.

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