QualitätsHandBuch

der GIB-Stiftung und des GIB e.V.

QHB LEISTUNGSPROZESSE

2.2.2.2 VA Nachtdienste

Autor/en:
E. Boehlke, LR
gültig seit:
31.05.2003
aktualisiert am:
19.06.2019

Verfahrensanweisung für Nachtdienste

Präambel

In den Wohnstätten von GIB werden Menschen mit Intelligenzminderung und zusätzlichen psychischen Behinderungen betreut. Häufig bestehen zusätzlich noch somatische und/oder neurologische Erkrankungen wie z. B. Epilepsien. Diese Menschen bedürfen daher einer ganz besonderen Fürsorge und Aufsichtspflicht. Deshalb gibt es in der Regel in den Wohngruppen einen Nachtdienst und keine Nachtbereitschaft.
Unabhängig von ihren Behinderungen und der daraus resultierenden Aufsichtspflicht haben auch diese Menschen ein Recht auf einen ungestörten Schlaf.

Definierte Regelungen für den Nachtdienst können nicht pauschal getroffen werden, sondern sind jeweils für den Einzelfall festzulegen. Bei diesen individuellen Festlegungen sind die folgenden Vorgaben zu beachten.

1. Allgemeine Hinweise

Grundsätzlich hat stündlich ein Rundgang zu erfolgen. Vor jeder Bewohnerzimmertür ist zu prüfen, ob Auffälligkeiten wahrzunehmen sind. Diese Regelung gilt für die Betreuten, die sich bei Dienstübergabe in einem individuell guten körperlichen und psychischen Zustand befinden.

2. Besondere Anweisungen

Bei Betreuten, die an einer akuten oder chronischen überwachungsbedürftigen Erkrankung leiden, sind selbstverständlich sämtliche vom Arzt angeordneten Überprüfungen von Vitalzeichen, d. h. Atmung, Pulsfrequenz, Blutdruck, Temperatur etc. durchzuführen. Wenn vom gesundheitlichen Regelzustand Abweichungen zu erkennen sind, wie z. B. ein kurz zuvor erlittener Grand mal - Anfall oder eine aktuelle psychische oder körperliche Krise besteht, ist eine Prüfung bezüglich des Zustandes des Bewohners vorzunehmen und verantwortlich das weitere Vorgehen festzulegen. Zum Beispiel muss dann in deutlich kürzeren Abständen eine Kontrolle erfolgen. Sollte hierbei eine zunehmende Verschlechterung des Befindens des Betreuten erkennbar werden, ist der diensthabende Arzt oder in akut bedrohlichen Situationen sofort der Notarzt zu rufen.

Darüber hinaus kann es für einzelne Betreute individuelle Regelungen einer Beobachtung, wie z. B Babyphone, geben, die abschließend von der WL schriftlich festgelegt werden.

3. Besondere Vorkommnisse

Sollte es irgendwelche Auffälligkeiten bzw. nicht näher definierbare Geräusche oder Gerüche geben, ist die Ursache direkt und unmittelbar zu erforschen, damit bedarfsgerecht darauf reagiert werden kann.

Um dies zu gewährleisten, ist darauf zu achten, dass außerhalb der Rundgänge oder der unmittelbaren Beschäftigung mit einem Betreuten durchgängig eine akustische "Verbindung" zu allen Bereichen des jeweiligen Hauses besteht.

Der Nachtdienst hat – wenn vorhanden – auf automatisch geschaltete Lampen (Bewegungsmelder) zu achten, um z. B. auf "umherwandernde" Betreute reagieren zu können.

Beachtenswertes

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