QualitätsHandBuch

der GIB-Stiftung und des GIB e.V.

QHB LEISTUNGSPROZESSE

2.2.2.6 AL Versorgung Verstorbener

Autor/en:
E. Boehlke, B. Römer
gültig seit:
30.06.2002
aktualisiert am:
17.04.2014

Anleitung zur Versorgung Verstorbener

Präambel

Der Aufenthalt der Betreuten in den Einrichtungen des GIB e. V. ist grundsätzlich nicht durch eine Altersgrenze nach oben begrenzt. Sie können bis zu ihrem Lebensende hier verweilen und erfahren auch auf diesem letzten Weg Pflege, Zuwendung und Begleitung.
Diese Anleitung dient dazu, verstorbene Bewohner umfassend zu versorgen und alle mit dem Ableben verbundenen Erfordernisse und Formalien zu erfüllen.
Dabei ist die Würde des Verstorbenen durch einen respektvollen Umgang jederzeit zu wahren. Bei Lebzeiten getroffene Verfügungen für die Beerdigung sind wunschgemäß zu befolgen (siehe hierzu Anlage 4 im Wohn- und Betreuungsvertrag). Eine Kopie dieser Anlage ist dem Bezugsbetreuer zu überreichen, der diese in die Dokumentation zur Biografieerforschung aufnimmt.

1. Formalien

  • Wenn vom gesetzlichen Betreuer oder den Angehörigen eine verbindliche  Anweisung vorliegt, wird keine Reanimation eingeleitet.
  • In der Dokumentation wird die Tatsache mit Uhrzeit festgehalten.
  • Die Wohnstättenleitung wird sofort verständigt.
  • In Absprache mit der Wohnstättenleitung wird der Hausarzt informiert und gebeten, den Leichenschauschein (innerhalb von 12 Stunden) auszustellen.
  • Der gesetzliche Betreuer wird schnellst möglich telefonisch, per Fax oder schriftlich in Kenntnis gesetzt. Zwar erlischt mit dem Tod die Betreuung, in der Regel ist aber der Betreuer so kooperativ, ein Bestattungsunternehmen zu beauftragen. Tut er dies nicht, wird vom Gericht ein Nachlasspfleger eingesetzt, der dann das Nötige veranlasst.
  • Angehörige, soweit vorhanden, werden ebenfalls in Kenntnis gesetzt und – wenn gewünscht – ein Termin zum Abschiednehmen verabredet.
  • Das zuständige Standesamt wird informiert.

2. Vorbereitung des Verstorbenen

Die Versorgung des Verstorbenen vollzieht sich in aller Stille und bewahrt die Würde des Betroffenen. Die Betreuer richten ihn so her, dass er einem friedlich Schlafenden ähnelt.

  • Dazu werden zunächst einmal Handschuhe angezogen.
  • Es werden die Augen des Verstorbenen geschlossen.
  • Alle Geräte und Therapieutensilien werden entfernt (Katheter, PEG-Sonde, Hörgerät etc.). Sind Materialien fest verlegt oder schwer zu entfernen, bleiben sie, wo sie sind.
  • Da sich nach dem Tod Blase und Darm entleeren können, säubern die Betreuer den Leichnam und wechseln das Bettlaken. Der Verstorbene erhält ein frisches Nachthemd oder saubere Kleidung; die Haare werden gekämmt.
  • Schmuck wird abgenommen.
  • Eine vorhandene Zahnprothese wird eingesetzt.
  • Der Mund sollte geschlossen sein. Falls dies nicht möglich ist, wird unter das Kinn ein Kissen geschoben.
  • Der Oberkörper wird etwas hoch gelagert, damit die Blaufärbung im Gesicht verhindert wird.
  • Die Hände werden übereinander gelegt.
  • Der Leichnam wird bis zu den Händen mit einem Laken zugedeckt.
  • Das Zimmer wird aufgeräumt.
  • Gegebenenfalls können nun die Angehörigen Abschied nehmen.
  • In der Dokumentation wird ein Blatt angelegt, auf dem die entfernten Wertsachen bzw. vorhandenes Geld des Bewohners eingetragen werden. Dies wird von zwei Mitarbeitern gegengezeichnet.

3. Vorkehrungen für die Beerdigung

Immer wieder machen wir die Erfahrung, dass Sterben und Beerdigung bei den Betreuten ein Thema ist, das sie im Verlauf ihres Lebens beschäftigt. Sollten hierbei Abweichungen zu den Festlegungen in Anlage 4 des Wohn- und Betreuungsvertrags erkennbar werden, sind diese entsprechend anzupassen.
Damit die zu treffende Vorsorge im Bewusstsein bleibt, wird der Inhalt dieser Anlage vom Bezugsbetreuer gemeinsam mit dem gesetzlichen Betreuer bzw. verantwortlichen Angehörigen alle fünf Jahre auf Aktualität überprüft. Zur Organisation der Wiedervorlage wird dieser Punkt in die „Liste der offenen Punkte“ in der Datenbank aufgenommen. Bei größeren Veränderungen wird diese Anlage neu ausgefüllt und die veraltete Anlage mit dem Vermerk „Überholt“ archiviert.
Spätestens wenn erkennbar ist, dass ein Betreuter sterben wird, ist zu überprüfen, ob die Festlegungen noch dem Wunsch des Betreuten entsprechen.

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