QualitätsHandBuch

der GIB-Stiftung und des GIB e.V.

QHB LEISTUNGSPROZESSE

2.2.3.6 VA Laborkontrollen

Autor/en:
E. Boehlke
gültig seit:
02.11.2006
aktualisiert am:
10.12.2018

Verfahrensanweisung für Laborkontrollen und Impfungen

Präambel

Um die ärztliche Betreuung für die bei GIB betreuten Menschen zu optimieren und für alle einheitlich zu gestalten, werden die routinemäßig durchzuführenden Laboruntersuchungen nachfolgend verbindlich festgelegt.
Im Rahmen der medizinischen Qualitätsentwicklung von GIB beziehungsweise durch die behandelnden Ärzte können für einzelne Betreute darüber hinaus individuelle Parameter festgelegt werden.

Für Impfungen gilt, dass diese nicht nur für den einzelnen Betreuten von Bedeutung sind. Ein durchgängiger Impfschutz, insbesondere für Hepatitis A und B, dient auch dem Schutz aller Betreuten und Mitarbeiter.

1. Parameter für Laboruntersuchungen

Bei jedem Betreuten wird einmal im Jahr eine große Laboruntersuchung durchgeführt, zu der die folgenden Parameter gehören:

"Großes Labor":
Kleines Blutbild
Natrium
Calcium
Kalium
Gamma-GT
GPT
GOT
Blutzucker
Kreatinin / GFR
TSH
Harnsäure
Harnstoff
Cholesterin
Triglyceride
CRP
Gesamteiweiß + Elektrophorese

Bei Betreuten, bei denen wegen einer umfangreichen Medikation eine höhere Untersuchungsfrequenz als einmal pro Jahr festgelegt ist, wird routinemäßig bei der zweiten, dritten und eventuell vierten Untersuchung (halbjährliche bzw. vierteljährliche Frequenz) nur noch ein "kleines Labor" durchgeführt. Folgende Parameter werden hierbei routinemäßig untersucht:

"Kleines Labor":
Kleines Blutbild
 Natrium,
Gamma-GT
 GPT
 GOT
Kreatinin / GFR

2. Besonderheiten

Bei der Gabe von Antiepileptika und Psychopharmaka werden mindestens einmal jährlich die Serumkonzentrationswerte dieser Medikamente bestimmt.

Bei Betreuten, die den Wirkstoff Clozapin (z. B. Leponex) erhalten, sind die gesetzlichen Vorgaben zu beachten. In den ersten 18 Wochen der Gabe muss deshalb wöchentlich das kleine Blutbild kontrolliert werden, danach muss, solange das Medikament eingenommen wird, monatlich eine Blutbildkontrolle erfolgen.

Bei entsprechend auffälligen Befunden müssen diese selbstverständlich unabhängig von den o. g. Routineuntersuchungen gezielt untersucht werden. Ebenso erfolgen bei akuten Erkrankungen grundsätzlich alle erforderlichen Untersuchungen.

3. Hepatitis-Serologie und Impfungen

Besondere Aufmerksamkeit ist der Möglichkeit einer Hepatitis-Erkrankung zu widmen. Hierfür wird bei der ersten Laborkontrolle nach Neuaufnahme eine komplette Hepatitis-Serologie für Hepatitis A, B und C durchgeführt. Sollte bei dieser Untersuchung festgestellt werden, dass für Hepatitis A und B keine Immunität besteht, muss dies dem gesetzlichen Betreuer mitgeteilt werden mit der Empfehlung, dass eine entsprechende Impfung durchgeführt wird. Nach Vorliegen dieser Einverständniserklärung sind zeitnah die entsprechenden Impftermine mit dem zuständigen behandelnden Arzt zu vereinbaren.

Sollte der gesetzliche Betreuer einer solchen Impfung nicht zustimmen, ist das weitere Vorgehen mit der Geschäftsführung abzusprechen.
Wenn ein Impfschutz besteht, d. h., dass Hepatitis A einmalig positiv war und für Hepatitis B der Titer der Antikörper mindestens 100 Units/ml erreicht hat, gibt es für diesen Bewohner keine Titer-Kontrolle mehr, entsprechend der Empfehlung des Robert Koch-Instituts (RKI).
Bei Bewohnern, die sich bei einer Hepatitis B-lmpfung nach drei Impfungen als Nonresponder erweisen, erfolgen zwei erneute Versuche, beim zweiten Versuch mit der doppelten Impfdosis. Falls es nicht zu einem Ansprechen kommen sollte, erfolgt die Rücksprache mit dem Hausarzt.
Auf eine Hepatitis C-Infektion werden alle Betreuten in einem Abstand von zehn Jahren kontrolliert. Für einzelne Betreute, von denen wir wissen bzw. stark vermuten, dass sie außerhalb unserer Einrichtungen Sexualkontakte haben, wird in Abhängigkeit der individuellen Gefährdung das Kontrollintervall zwischen ein bis drei Jahren festgelegt.

Wenn die Serologie für Hepatitis C positiv ist, muss mit dem behandelnden Arzt besprochen werden, welche aktuellen Therapiemöglichkeiten bestehen. Diese Information ist dem gesetzlichen Betreuer mitzuteilen. Lehnt der gesetzliche Betreuer die vorgeschlagene Therapie ab, ist das weitere Vorgehen ebenfalls mit der Geschäftsführung abzusprechen.

Durch unsere behandelnden Hausärzte wird eine jährliche Grippeschutzimpfung angeboten. Besonders für unsere Bewohner besteht aufgrund des gemeinschaftlichen Zusammenlebens eine erhöhte Infektionsgefahr. Das Robert Koch-Institut bezieht sich auf die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) und empfiehlt daher dringend, die jährliche Schutzimpfung gegen Grippe durchzuführen. Stimmt der gesetzliche Betreuer einer solchen Impfung nicht zu, ist dazu ebenfalls Rücksprache mit der Geschäftsführung zu halten.

Bei Aufnahme eines Betreuten ist mit dem behandelnden Arzt das Impfbuch darauf hin zu kontrollieren, ob alle Impfungen entsprechend der Empfehlungen der STIKO durchgeführt sind. Wenn nicht, muss dies unter Einbeziehung der behandelnden Ärzte mit dem gesetzlichen Betreuer besprochen werden.
Für jeden Betreuten ist ein Impfbuch zu führen.

4. Verantwortlichkeit

Für die Sicherstellung der Durchführung der Laborkontrollen und der anderen Vorgaben sind die jeweiligen Bezugsbetreuer verantwortlich.

Die jeweils aktuell durchgeführten Laborkontrollen sind zeitnah dem Arzt, der für die medizinische Qualitätsentwicklung bei GIB verantwortlich ist, zur Bewertung und Gegenzeichnung vorzulegen.

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