QualitätsHandBuch

der GIB-Stiftung und des GIB e.V.

QHB UNTERSTÜTZENDE PROZESSE

3.3.2.1 AL Hygienemanagement

Autor/en:
B. Römer, K. Schönherr
gültig seit:
31.10.2005
aktualisiert am:
15.03.2019

Anleitung zum Hygienemanagement

Präambel

Die Leitung der Einrichtung trägt die Verantwortung für die Sicherung der hygienischen Erfordernisse und nimmt ihre Verantwortung durch Anleitung und Kontrolle wahr. Zur Unterstützung benennt sie einen Hygienebeauftragten. Dieser hat eine Fortbildung nach aktuellen fachlichen Gesichtspunkten absolviert.

1. Aufgaben des Hygienebeauftragten

Hierzu gehören unter anderem:

  • Informationspflicht über das Aufgabengebiet und Weitergabe an WL/AfbL
  • Überwachung der Einhaltung der im Hygieneplan festgelegten Maßnahmen
  • Durchführung und Dokumentation von Hygienebelehrungen

Der Hygieneplan wird jährlich hinsichtlich seiner Aktualität überprüft und ggf. geändert. Die Überwachung der Einhaltung der Hygienemaßnahmen erfolgt u. a. durch Begehung der Einrichtung routinemäßig, wobei jede Betriebseinheit mindestens einmal jährlich begangen wird, sowie bei aktuellem Bedarf.
Die Ergebnisse werden dokumentiert.
Der Hygieneplan ist für alle Mitarbeiter jederzeit zugänglich und einsehbar. Die Mitarbeiter werden einmal pro Jahr hinsichtlich der erforderlichen Hygienemaßnahmen belehrt.
Die Belehrung wird schriftlich dokumentiert.

2. Basishygiene

Eine gründliche und regelmäßige Reinigung insbesondere der Hände und häufig benutzter Flächen und Gegenstände ist eine wesentliche Vorraussetzung für einen guten Hygienestatus.
Eine routinemäßige Desinfektion muss nur in bestimmten Bereichen und bei ausgewählten Handlungsabläufen erfolgen.
Die gezielte Desinfektion ist dort erforderlich, wo Krankheitserreger auftreten und Kontaktmöglichkeiten zur Weiterverbreitung bestehen (z. B. Verunreinigungen mit Erbrochenem, Blut, Stuhl, Urin).
Eine effektive Desinfektion wird nur erreicht, wenn für die beabsichtigte Desinfektionsaufgabe das geeignete Desinfektionsmittel in der vorgeschriebenen Konzentration und der Einwirkzeit verwendet wird.

3. Händehygiene

Durch die vielfältigen Kontakte mit der Umgebung und anderen Menschen erfolgt die Übertragung von Infektionserregern hauptsächlich über die Hände.
Die Händehygiene gehört zu den wichtigsten Maßnahmen der Infektionsverhütung und der Bekämpfung von Infektionen.
Die gründliche Händereinigung sollte

  • vor pflegerischen Maßnahmen mit dem Betreuten,
  • nach jeder Verschmutzung,
  • nach Toilettenbenutzung
  • vor dem Umgang mit Lebensmitteln,
  • vor Mahlzeiten
  • und nach intensivem Tierkontakt

erfolgen.

Die hygienische Händedesinfektion dient der Abtötung von Infektionserregern.

  • Sichtbare grobe Verschmutzungen (z. B. durch Ausscheidungen) sind vor der Desinfektion abzuwaschen.
  • 3-5 ml des Präparates in die trockenen Hände einreiben, dabei Fingerkuppen, Fingerzwischenräume, Daumen und Nagelfalze besonders berücksichtigen.
  • Während der vom Hersteller geforderten Einwirkzeit (in der Regel ½ Minute) müssen die Hände vom Desinfektionsmittel feucht gehalten werden.
  • Bei vorhersehbarem Kontakt mit Ausscheidungen und Blut sind Einmalhandschuhe zu verwenden.

Die hygienische Händedesinfektion ist erforderlich:

  • nach Schmutzarbeiten und grundpflegerischen Maßnahmen;
  • nach Kontakt mit Stuhl, Urin, Erbrochenem, Blut, Körperausscheidungen und –flüssigkeiten, auch wenn Handschuhe getragen wurden;
  • nach Kontakt mit infektiösen Betreuten;
  • nach Ablegen der Handschuhe;
  • vor Behandlungspflege

4. Oberflächen und Böden

Bei Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten ist geeignete Schutzkleidung zu tragen.
Geräte und Mittel der Reinigung und Desinfektion sind vor dem Zugriff Unbefugter gesichert in einem gesonderten Raum aufzubewahren.
Bei den angewendeten Reinigungsmethoden ist eine Schmutzverschleppung zu verhindern.
Alle wieder verwendbaren Reinigungsutensilien (Wischmopp, Wischlappen etc.) sind nach dem Gebrauch aufzubereiten und bis zur erneuten Verwendung trocken zu lagern (waschen bei mindestens 60 °C, bei Bedarf einlegen in Desinfektionslösung).
Innerhalb der Einwirkzeit der Desinfektionsmittellösungen dürfen die Flächen nicht trocken- oder nachgewischt werden.
Beim Desinfizieren ist zu lüften.

Der Reinigungsrhythmus muss sich an der speziellen Nutzungsart und -intensität orientieren.ei sichtbaren Verschmutzungen ist sofort zu reinigen und bei Bedarf zu desinfizieren.
Für die allgemeine Reinigung und Desinfektion gelten die Vorgaben im Hygieneplan.

5. Wäsche

Das Einsammeln erfolgt in den für Schmutzwäsche vorgesehenen Wäschekörben.

Betreute

Wäschewechsel bei Verschmutzung sofort

  • Bettwäsche vierzehntägig
  • Handtücher zweimal wöchentlich
  • Waschlappen täglich
  • Unterwäsche täglich
  • Kopfkissen und Einziehdecken sollten bei Verschmutzung und bei Betreutenwechsel gewaschen werden

Mitarbeiter

Es gibt keine Dienstkleidung, da die Wohnstätte das Zuhause der Betreuten darstellt.

  • Bei der Möglichkeit der Kontamination mit Körperflüssigkeiten und Ausscheidungen ist Schutzkleidung zu tragen.
  • Handschuhe sind zu tragen, wenn die Hände mit Blut, Ausscheidungen, Eiter oder hautschädigenden Stoffen in Berührung kommen können, benutzte Instrumente, Geräte oder Flächen desinfiziert und gereinigt werden.
  • Schutzkleidung ist nach Abschluss der Tätigkeit abzulegen. Sie ist täglich bzw. bei Verunreinigungen zu wechseln oder zu entsorgen.

6. Umgang mit Lebensmitteln

siehe Hygieneplan und HACCP

7. Infektionsschutz

siehe Infektionsschutzgesetz und Biostoffverordnung

8. Anlagen/Checklisten

MU 01 Checkliste für Hygienekontrollen und -maßnahmen
Desinfektionspläne – siehe Aushang in den Häusern
Reinigungspläne – siehe Aushang in den Häusern
Hygienechecklisten – siehe Hygieneplan (sind 5 Jahre zu archivieren und dann zu schreddern)

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